Dienstag, 12. Februar 2013

Die Welt ist nicht genug

Ganz sicher kann ich nicht sein, ob ich in diesem Leben meine "Schule der Sprenglebendigkeit", genannt "Mr. Big Bang" fertig bekommen werde, da seit ihrem Beginn im Jahre 1992 immer neue James Bond Filme gedreht werden und ein Ende nicht in Sicht ist.
Die Zeichnungen zu den Filmen vor Skyfall sind fertig und die Serie zu "Die Welt ist nicht genug" inzwischen koloriert und im Netz.

http://zaender.com/otvp/jbond/20jb/20jb.htm

3. otvp 02_003 Abnabeln-annabeln
Hartmut Zänder, Orbis TV pictus "The world is not enough", 13 works.

Die bisher fehlenden Bilder zu "Golden Eye", gezeichnet 1998, koloriert 2002, sind jetzt ebenfalls online:

Sonntag, 13. Januar 2013

ich gestehe: . . . ja, ich habe auch karikiert!

Es scheint Kräfte zu geben, denen viel daran gelegen ist, den Unterschied zwischen der christlichen und muslimischen Welt zu einem unüberwindbaren Graben werden zu lassen und einen wenn möglich kriegerischen "clash of cultures" herbei zu beschwören. So ist auch eine Vielzahl von Mohammed-Karikaturen der letzten Jahre zu verstehen, die wohl nur auf Provokation aus waren. Nicht daß ich prinzipiell etwas gegen Mohammed-Karikaturen hätte, aber ich halte es persönlich für angebrachter und weniger geschmacklos, wenn sie aus der Hand muslimischer Künstler selber entstanden wären.

Beim Umzug in ein neues Atelier fiel mir eine Mappe aus den Jahren 1970/71 in die Hände, die 18 Jesus Karikaturen enthielten und bisher nie veröffentlicht wurden. Ich habe mich heute gefragt, worum es mir damals vor über vier Jahrzehnten gegangen ist. Es mag eine gewisse religiöse Positionierung im Spiel gewesen sei und vielen dürften diese Zeichnungen blasphemisch erscheinen, aber ehrlich gesagt sehe ich auch heute weder Gotteslästerung noch eine Provokation religiöser Gefühle in diesen Bildern.


Bedeutung teilt sich immer in eine kollektiv anerkannte Symbolik und eine individuelle Funktion. Was etwas für einen selbst bedeutet, muß nicht übereinstimmen mit dem Wert, den andere darin sehen. Kunst erprobt immer auch Strategien und Denkmodelle - wie etwas zu sehen ist und wie es verändert werden kann. So ging es mir bei dieser Serie auch nicht wirklich um Jesus oder das offizielle Bild der Kirche, sondern einfach darum, wie ein Mensch der siebziger Jahre sich seinem Schicksal stellen konnte. Das Bild des Gekreuzigten ist für Nichtchristen nicht nur unverständlich, sondern ähnlich einem paradoxen Koan im Zen-Buddhismus auch ein Ärgernis, das schwer zu ertragen ist.